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Grauer Kapitalmarkt

Der Begriff Grauer Kapitalmarkt umfasst denjenigen Teil der Finanzmärkte, der nicht wie der „Weiße Kapitalmarkt“ der staatlichen Finanzaufsicht oder ähnlichen Regulierungen unterliegt, aber nicht illegal wie der „Schwarze Kapitalmarkt“ erlaubnispflichtige Geschäfte ohne Genehmigung der Regulierungsbehörde betreibt.

Abgrenzung Weißer, Schwarzer, Grauer Kapitalmarkt

Zur Abgrenzung hinsichtlich Ausgestaltung und Regulierung des vielfältigen Kapitalmarkts werden drei Marktsegmente nach den Farben Weiß, Schwarz und Grau unterschieden.
Der Weiße Kapitalmarkt umfasst jene Anbieter (z.B. Finanz- oder Zahlungsdienstleister, Kapitalverwaltungsgesellschaften und Versicherungsunternehmen), denen eine Erlaubnis nach den entsprechenden Aufsichtsgesetzen für ihre Tätigkeiten vorliegt und einer laufenden Aufsicht der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) unter stehen. Beispiele für Produkte des weißen Kapitalmarktes sind offene Investmentfonds oder börsennotierte Aktien. Das Gegenteil ist der illegale Schwarze Kapitalmarkt: Die Anbieter führen erlaubnispflichtige Geschäfte ohne die erforderliche Erlaubnis aus oder betreiben verbotene Geschäfte.
Der Graue Kapitalmarkt dagegen ist die Summe der Anbieter und Produkte, die keine Erlaubnis der BaFin benötigen, nicht ihrer Aufsicht unterliegen und nur wenige gesetzliche Vorgaben erfüllen müssen. Der Graue Kapitalmarkt ist nur mäßig reguliert, daher ist für Anleger besondere Vorsicht geboten. Aufgrund hoher Risiken und der Tatsache, dass Anlegergelder oft nicht abgesichert sind, kann es entsprechend leicht zum teilweisen bis vollständigen Verlust investierten Kapitals kommen.

Den bedeutendsten Anteil am Grauen Kapitalmarkt haben die geschlossenen Fonds, aber auch Geschäfte mit Derivaten sind weit verbreitet. 

Die  häufigsten Beispiele für Produkte des Grauen Kapitalmarktes sind:

Grauer Kapitalmarkt - Angebote kann man nach Angaben der BaFin oftmals an folgenden Kriterien erkennen:

  • Anbieter locken mit hohen Zinsen oder Renditen über dem allgemeinen Marktniveau,
  • Anbieter werben mit der vermeintlichen Sicherheit der Kapitalanlage,
  • Anbieter geben vor, in gleicher Weise wie institutionelle Anleger zweistellige Renditen erzielen zu können,
  • Anlageentscheidungen sollen durch positiv besetzte oder ethisch korrekte Investitionsobjekte beeinflusst werden
  • Anleger sollen ihre bisherigen Anlagen auflösen und aus vermeintlichen Sicherheits- oder Renditegründen neu investieren.

Die Motive der Anbieter, nicht erlaubnispflichte Anlagen zu vertreiben sind unterschiedlich. Bei kleinen und mittleren Anbietern ist ein mögliches Ziel, die Kosten vermeiden, die mit der Beaufsichtigung verbunden sind. Es gibt aber auch missbräuchliche Geschäftsmodelle, bei denen die Anbieter gezielt Gestaltungen und Vertriebsmethoden wählen, um ohne Erlaubnis- oder Prospektpflicht an das Kapital unerfahrener Kleinanleger zu gelangen und zu ihrem Vorteil in hochriskante Geschäfte zu investieren. Beim Grauen Kapitalmarkt ist der Anteil der problematischen bzw. unseriösen Anbieter und zweifelhafter Angebote deutlich höher als im regulierten Kapitalmarkt. Diese Kapitalanlagen stellen einerseits hohe Renditen in Aussicht, verschleiern oder verharmlosen jedoch die damit einhergehenden Risiken oder stellen diese für Kunden undurchsichtig dar.

Es ist zwischen dem Grauen Kapitalmarkt eine gewisse Wechselwirkung zum Weißen Kapitalmarkt zu beobachten.  Je stärker der Weiße Kapitalmarkt reguliert ist, desto häufiger weichen Anbieter auf Anlageangebote aus, die ihrer Ansicht nach nicht erlaubnispflichtig sind.

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