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Die Bonus Gold GmbH – Parallelen zum aktuellen Skandal um PIM Gold?

Das Geschäftsmodell der Bonus Gold GmbH erinnert stark an die Geschäfte der PIM Gold GmbH. Bei letzterer vermisst die Staatsanwaltschaft Darmstadt allerdings nach eigenen Angaben aktuell einen Großteil des Goldes. PIM Gold steht im Verdacht, ein Schnellballsystem betrieben zu haben. Der Geschäftsführer sitzt in Untersuchungshaft, die PIM GOLD GmbH und die Vertriebsgesellschaft, die Premium Gold Deutschland GmbH haben einen Insolvenzantrag gestellt.

Bonus Gold GmbH

Das Geschäftsmodell der Bonus Gold GmbH

Auch Bonus.Gold verkauft Gold und bietet eine Rendite, wenn Kunden das erworbene Edelmetall einlagern lassen. Nach Angaben auf der Website des Unternehmens erwirbt der Kunde 24 Karat Feingoldbarren (99,99% Feingoldgehalt) einer renommierten Prägeanstalt. Der Kunde soll bei Überlassung des Goldes an Bonus Gold für den Einsatz seines Anlagegoldes täglich Bonusgold übereignet bekommen. Laut Website verwendet Bonus Gold das im Depot eingelagerte Gold seiner Kunden für den Umschlag von Altgoldrecycling, um über den Recyclingprozessen zu verdienen. Dabei stellt sich für Kunden die Frage, wie sich dieser Umschlag gestaltet, wenn das erworbene Gold vollständig physisch vorhanden und eingelagert ist.

Das Marketing und den Vertrieb für das Produkt BONUS.GOLD übernimmt die BAV.GOLD GmbH mit Sitz in Bad Nauheim. Sowohl Bonus Gold, als auch BAV Gold wurden von ehemaligen Mitarbeitern der PIM Gold bzw. Premium Gold Deutschland gegründet. Ins Licht der Öffentlichkeit rückte Bonus Gold zuletzt durch einen Bericht des Handelsblattes vom Juli 2019 mit dem Titel „Ein Streit verfeindeter Goldhändler schreckt Anleger auf“. Darin schreibt das Handelsblatt auch, dass Bonus.Gold zuletzt rasant gewachsen sei. Im April 2019 belief sich laut Bericht das von Kunden eingelagerte Gold auf über 760 Kilogramm im Wert von rund 28 Millionen Euro. Wirtschaftsprüfer konnten bei einer Inventur an den Unternehmensstandorten in Köln und Istanbul jedoch nur rund 155 Kilogramm vorfinden. Diese würden außerhalb des Unternehmens lagern, bei Mitarbeitern, Werkstätten oder Kommissionären.

Die Recherchen des Handelsblatts zeigen, dass die Kunden ein hohes Risiko tragen. Denn viele haben ihr Gold bei PIM und Bonus Gold nicht nur gekauft, sondern auch eingelagert.

Unsicherheiten bei den Goldbeständen im Jahresabschluss 2017

Der Wirtschaftsprüfer hat bei der Testierung des Bonus Gold Jahresabschlusses von 2017 den Vermerk angebracht, dass die Bestände im Wert von über 13 Mio. Euro nicht geprüft werden konnten. Wörtlich ist im Bestätigungsvermerk zu lesen: „Das Vorhandensein der ausgewiesenen Vorräte in Höhe von EUR 13.746.196,29 ist nicht hinreichend nachgewiesen, weil ich nicht an der Inventur im Ausland teilnehmen konnte und durch alternative Prüfungshandlungen keine hinreichende Sicherheit über den Bestand der Vorräte gewinnen konnte. Es kann daher nicht ausgeschlossen werden, dass der Jahresabschluss insoweit fehlerhaft ist.“
Bonus Gold wirbt mit „Sicherheit und Transparenz“, doch wie sicher und transparent ist die Anlage wirklich? Als Teil der von Bonus Gold beworbenen Kontrollstrukturen scheint der Mechanismus „Veröffentlichung des geprüften Jahresabschlusses“ die angepriesene Sicherheit nicht garantieren zu können.

Anleger sollten ihre Goldbestände stets selbst in Augenschein nehmen oder durch einen spezialisierten Rechtsanwalt nachprüfen lassen, ob das Gold physisch vorhanden ist. Die gilt vor allem auch für Vermittler dieser Goldanlagen und wenn es Warnhinweise gibt, die Zweifel an den tatsächlichen Goldbeständen entstehen lassen. Im vorliegenden Fall hätte ein Wirtschaftsprüfer im Ausland das Gold persönlich in Augenschein nehmen müssen und dies ordentlich bestätigen müssen.

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