Nachricht sendenRufen Sie uns an:   (0711) 9 30 81 10

    Sie sind hier

    • Sie sind hier:
    • Startseite > Falk Zinsfonds: Hintergründe und neue Entwicklungen

Falk Zinsfonds: Hintergründe und neue Entwicklungen

26.02.2007

Der Falk Zinsfonds wurde 2003 von dem Emissionshaus Falk Capital aufgelegt. Die Gelder des Zinsfonds sollen dazu benutzt worden sein die Immobilien der Falk Gruppe zu finanzieren und damit die Fondskosten zu tragen. Die Anleger verpflichteten sich ihr Kapital bei einer Mindesteinlage von 10.000 Euro für mindestens ein Jahr fest anzulegen. Im Gegenzug sollte eine Rendite in Höhe von 8% an die Investoren des Zinsfonds ausgeschüttet werden.

 Rund 3000 Anleger zahlten seit März 2003 insgesamt 58 Millionen Euro in den Fonds ein. Obwohl der Zinsfonds von den Vermittlern als sichere Anlage angepriesen wurde erhielten die Anleger keinerlei Sicherheiten (Grundpfandrechte o.ä.) für ihre Einlagen.

Die angekündigten Zinszahlungen blieben aus da die Falk-Gruppe schon länger in einer finanzielle Schieflage steckte. Um diese Schieflage zu beseitigen stellte das Falk-Management einen Sanierungsplan für den Zinsfonds vor. Demnach sollte das Fondsvermögen aus dem Zinsfonds in Genussrechte umgewandelt werden was der Falk-Gruppe kurzfristig einen Kapitalzufluss beschert hätte. Um diesen Sanierungsplan in die Tat umzuwandeln mussten aber zwei Drittel der knapp 3000 Anleger diesem Plan zustimmen. Damit dies erreicht werden konnte soll das Management den Anlageberatern verdeckte Innenprovisionen versprochen haben für den Fall dass sie Anleger überreden können dem Sanierungsplan zuzustimmen. Die Anleger wussten dagegen nicht dass ihr persönlicher Berater eine Provision für die Zustimmung bekommen sollte und sie somit wohl wenig objektiv beraten werden würden.

Die Staatsanwaltschaft München I sah sich daraufhin veranlasst zu reagieren da sie im Vorgehen des Managements einen Verdacht zur Anstiftung zum Betrug sah. Laut Staatsanwaltschaft habe es konkrete Hinweise dafür gegeben dass die Falk-Firmengruppe Ende 1999 Anfang 2000 bereits massive Liquiditätsprobleme hatte. Spätestens Ende 2002 habe sich die Firmengruppe in einer massiven Krise befunden. Den Anlegern des Zinsfonds sei aber noch im März 2003 vorgespiegelt worden dass es sich bei der Falk-Gruppe um ein finanzstarkes Unternehmen handeln würde.

Seit Anfang dieses Jahres hat die Zinsfonds GbR damit begonnen einen Teilbetrag der eingezahlten Einlagen an die Anleger zurückzuzahlen. Allerdings beläuft sich der Betrag auf lediglich 35% des ursprünglich in die Gesellschaft eingebrachten Kapitals. Laut Aussagen der Vertreter der Gesellschaft sind weitere Zahlungen aber für das Frühjahr 2007 geplant nachdem ausstehende Forderungen der Zinsfonds GbR beglichen worden sind.

Daneben können Anleger in den meisten Fällen Schadensersatzansprüche in Höhe der Einlagesumme gegen ihre Anlageberater geltend machen wie erstinstanzliche Urteile bestätigen. Demnach hätte der Anlageberater darüber aufklären müssen dass es sich bei dem Falk-Zinsfonds keineswegs um ein risikoarmes Geschäft handelte. Insbesondere hätte er darauf hinweisen müssen dass es für die gezahlten Einlagen keine Sicherheiten gab.

Diana Römhild Rechtsanwältin
Anwaltskanzlei Hänssler & Häcker-Hollmann

Diesen Artikel bewerten

Noch keine Bewertungen vorhanden

Kontaktinformationen

Rechtsanwälte
Aslanidis, Kress & Häcker-Hollmann

Partnerschaftsgesellschaft mbB

Freihofstrasse 6

73730 Esslingen

Telefon: (0711) 9 30 81 10
Fax: (0711) 36 84 38

E-Mail: info@akh-h.de