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MSF Master Star Fund

16.12.2005

Deutsche Vermögensfonds I AG & Co. KG Insolvenzverfahren bei Politiker-Fonds

Über das Vermögen des Deutschen Vermögensfonds wurde mit Beschluß vom Amtsgericht Hamburg vom 12.09.2005 das Insolvenzverfahren eröffnet und Herr Rechtsanwalt Jens-Sören Schröder zum Insolvenzverwalter bestellt. Der Deutsche Vermögensfonds konnte der Rückzahlungsverpflichtung in Höhe von € 42 6 Mio. an die Anleger nicht nachkommen.

Nach Auffassung der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) handelt es sich bei dem Geschäftsmodell des Fonds um ein erlaubnispflichtiges Bankgeschäft. Mit Verfügung vom 15.06.2005 hat die BaFin die Abwicklung der unerlaubt betriebenen Bankgeschäfte angeordnet. Die Gesellschaft war somit verpflichtet den Anlegern die Einlagen zurückzuerstatten. Hierfür hat das Fondsvermögen nicht ausgereicht da den Forderungen der Anleger lediglich € 5 3 Mio. gegenüberstanden.

Fast 7.000 Anleger haben bis zur Schließung immerhin € 43 4 Mio. Einzahlungen geleistet. Es handelt sich hierbei ausschließlich um Privatanleger die für ihre Altersvorsorge vorsorgen wollten. Das Anlagemodell wurde vom Vertrieb als wachstumsorientierte sichere Altersvorsorge beworben. Für diesen Fonds haben mehrere frühere Politiker wie der ehemalige Bundesverteidigungsminister Rupert Scholz geworben. Geschäftsführer des Fonds war der ehemalige Berliner Senator und FDP-Landesvorsitzende Walter Rasch. Die Werbung mit Vertrauen und Sicherheit hatte Erfolg und 6.957 Anleger haben Anteile gezeichnet bis die BaFin den Fonds geschlossen hat.

Fachzeitschriften wie „Finanztest“ haben schon vor längerer Zeit vor dem Beteiligungsangebot gewarnt. Der Brancheninformationsdienst „Kapital-Markt Intern“ berichtete am 25.11.2004 über Unklarheiten und Prospektschwächen bei dem Master Star Fund. KMI hat den MSF als spekulative Anlageform bezeichnet die für den Kreis von Kleinanlegern nicht geeignet ist und hat zur äußersten Vorsicht angeraten.

Aus dem Bericht des Insolvenzverwalters ergibt sich nun das Ausmaß des wirtschaftlichen Schadens. Bei dem MSF Master Star Fund handelt es sich um eine Kommanditgesellschaft bei der die Anleger über die Kommanditistin die Fa. GERMANICUM als Treuhandkommanditisten beteiligt sind. Die Gelder der Anleger sollten in vier Bereichen investiert werden. In den Prospekten war ausgewiesen daß die Gelder auf vier Investitionsbereiche verteilt werden sollten und zwar 10 - 15 % in in- und ausländische Immobilienfonds 21 - 26 % in in- und ausländische Hedge-Fonds 42 - 47 % in inländische Aktienfonds gemischte Fonds sowie 16 - 21 % für Beteiligungen an Personengesellschaften und GmbHs.

Verschiedene Unternehmen sollten mit Dienstleistungen beauftragt werden für welche diese jeweils Vergütung erhalten sollten berechnet nach Zeichnungssumme der Anleger:

  • Die DVM Deutsche Vertriebs Marketing AG soll das Anlagekonzept entwickelt haben. Hierfür war eine Vergütung von ca. € 2 8 Mio. angesetzt. Aktionären der DVM ist die DA Deutsche Anlagen AG deren Gesellschafter teilweise zur sogenannten Göttinger Gruppe gehören sollen.
  • Die DVM AG war zudem mit der Werbung der Anleger beauftragt wofür diese Vermittlungsprovisionen erhalten sollte. Für Vermittlungsprovisionen waren € 24 8 Mio. eingeplant.
  • Weiter wurde die DVM AG mit der Betreuung Beratung und Verwaltung der Anleger beauftragt wofür diese 0 75 % zuzüglich Umsatzsteuer des Zeichnungskapitals erhalten sollte.
  • Die Komplementärin sollte für die Geschäftsführung und Haftungsübernahme 2 5 % des Gewinns mindestens jedoch ab dem Jahre 2005 € 125.000 00 jährlich erhalten.
  • Für die Treuhandkommanditistin war eine Vergütung von jährlich 0 1 % des plazierten Einlagevolumens unabhängig vom Eingang der Ratenanlagen vorgesehen.
  • Hinzu kommen Vertriebs- und Verwaltungskosten Kosten für Druck Marketing Rechtsberatung Steuerberatung allgemeine Verwaltung und Prüfung des Emissionsprospektes.

Die Fa. Deloitte & Touche GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft München wurde als Mittelverwendungskontrolleur eingeschaltet.

Von den gegenüber der BaFin im Januar 2005 dargelegten Einnahmen in Höhe von € 27 5 Mio. war der Großteil bereits ausgegeben. € 11 4 Mio. wurden als Kommandititeinlage an die MI INVICTUM GmbH & Co. KG erbracht. € 16 Mio. wurden als Anlauf- und Verwaltungskosten ausgegeben. Die DVM Deutsche Vertriebs Marketing AG erhielt alleine davon € 14 6 Mio.

Auch von den weiteren Einzahlungen der Anleger wurden keine Investitionen getätigt sondern nur Ausgaben für Provisionen Verwaltungskosten etc. getätigt.

Der Insolvenzverwalter hat festgestellt daß das Aktivvermögen des MSF lediglich ca. € 5 2 Mio. beträgt. Einziger Vermögensgegenstand des Anlagevermögens ist die Kommandititbeteiligung an der MI INVICTUM GmbH & Co. KG. Komplementärin der INVICTUM KG in die INVICTUM Verwaltungs- GmbH deren Geschäftsführer Herr Hans Hoffmann ist. Unternehmensgegenstand der INVICTUM KG ist der Vertrieb von Versicherungs- und Vermögensanlageprodukten.

Die Beteiligung aus dem vierten Bereich war die Stellung als alleinige Kommanditistin an der neu zu gründenden Firma MI INVICTUM GmbH & Co. KG mit einer Pflichteinlage von € 18 Mio. Die Fa. INVICTUM sollte einen Vertrieb mit 2.500 Mitarbeitern aufbauen der Versicherungs- und Anlageprodukte vertreiben sollte.

Die INVICTUM KG hat bislang nur zwei Versicherungsprodukte vertrieben die beide von einer zur Göttinger Gruppe gehörenden Versicherungs- AG stammen. Es sollte für die INVICTUM KG ein Vertrieb mit 2.500 Mitarbeitern aufgebaut werden die hauptberuflich und exklusiv für die INVICTUM KG arbeiten sollten. Es war geplant daß die INVICTUM KG eine Produktpalette von Versicherungs- und Kapitalanlageprodukten offerieren sollten.

Die INVICTUM KG sollte nach erfolgreichem Aufbau im Jahre 2014 verkauft werden.

Die beiden von der der MI INVICTUM KG angebotenen Produkte zeichneten sich durch ein überdurchschnittliches Provisionsaufkommen aus. Die INVICTUM KG hat im Jahre 2004 allein € 9 9 Mio. an die Fa. Finance Business GmbH aus Lüneburg für Anwerbung von Vertriebsmitarbeitern ausgegeben. Bei den angeworbenen Vertriebsmitarbeitern handelt es sich aber allesamt um freie Handelsvertreter ohne Exlusivbindung.

Durch das Insolvenzverfahren sind nun viele Unregelmäßigkeiten zutage gefördert worden und es hat sich gezeigt daß hier von den Initiatoren ein Modell ins Leben gerufen wurde das niemals wirtschaftlichen Erfolg für die Anleger sondern nur für die Initiatoren mit sich bringen konnte.

Den geschädigten Anlegern kann nur angeraten werden sich im Hinblick auf Schadensersatzansprüche gegen Vermittler Initiatoren Prospektverantwortliche oder Wirtschaftsprüfer beraten zu lassen.

Andrea Häcker-Hollmann Rechtsanwältin
Anwaltskanzlei Hänssler & Häcker-Hollmann

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