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Warnung vor „Schrottimmobilienkäufen“ aus Private-Equity-Bestand

18.04.2007

In den 90er-Jahren wirkten Wohnungsverkäufer Kapitalanlagevermittler und Banken zusammen um deutlich überteuerte Eigentumswohnungen samt hoher Finanzierungskredite als Kapitalanlagen in Form von Steuersparmodellen sowie zur privaten Altersvorsorge auf den Markt zu bringen.
Immobilienerwerber die von ihrer Kapitalanlage oft mehrere hundert Kilometer entfernt wohnten sehen sich heute hohen Schuldenbelastungen gegenüber nicht zuletzt weil sie Kredite zurückbezahlen müssen wozu sie jedoch mangels Rendite aus der damals erworbenen Immobilie nicht in der Lage sind da die ihnen zu jener Zeit vorgerechnete Prognose hinsichtlich des Ertrages nicht eingetreten ist.

Nun wiederholt sich die in den 90-er Jahren getätigte Praxis in leicht veränderter Weise.

In den letzten Jahren haben internationale Private-Equity-Fonds (Privates Beteiligungskapital) in Deutschland Wohnungsgesellschaften im Gesamtwert von rund € 15 Mrd. aufgekauft. Ein Teil der hier zuzuordnenden Wohnungen wurde zwischenzeitlich über Investoren an kleinere Immobiliengesellschaften weiterveräußert. Einige dieser Gesellschaften versuchen nun den Restbestand der als „Ausschuss“ vom Gesamtvolumen an den vorhandenen Wohnungen zu sehen ist an Privatanleger zu vermitteln. Hierzu bedienen sie sich Vermittlungsgesellschaften die mittels Hochglanzprospekten der einzelnen Objekte wie bereits vor 15 Jahren versuchen Wohnungen als Kapitalanlagen auf dem Markt zu etablieren. Nach Informationen von Anlegerschützern handelt es sich bei den so genannten Verkaufsgesprächen um einseitige Beratungen die keinesfalls ausreichend auf die tatsächliche Sachlage hinweisen und mittels teilweise überarbeiteten Bildern in den entsprechenden Hochglanzprospekten einen Eindruck erwecken der nicht der Wirklichkeit entspricht.

Anders als in den 90er-Jahren bei den so genanten „Schrottimmobilien-Deals“ sind nun allerdings nicht mehr vornehmlich einkommensschwächere Schichten sondern vielmehr gut Situierte wie beispielsweise leitende Angestellte oder Ärzte als Zielgruppe ins Visier der Kapitalanlagevermittler gerückt. Grund hierfür ist dass insbesondere Banken aus dem immensen Schaden der durch die damaligen kreditfinanzierten Immobiliengeschäfte entstanden ist gelernt haben. Es ist aktuell weit aus schwieriger als damals von einer Bank einen Kredit zur Finanzierung eines Immobiliengeschäftes zu erhalten. Dies ist der Grund warum Vermittlungsgesellschaften eine „neue“ Zielgruppe anvisiert haben von der sie sich erhoffen dass diese in der Lage sein könnte den anfallenden Kaufpreis einer als Kapitalanlage zu nutzenden Wohnung ohne Kredit aus eigener Tasche bezahlen zu können. Sollte dies dennoch einem zielgruppenimmanenten Teil nicht gelingen so ist die Wahrscheinlichkeit recht hoch dass ein gut situierter potentielle Anleger – im Hinblick auf das aus den 90er-Jahren gezogene Resumeé – eher einen Bankkredit erhält als vielleicht Anleger die aufgrund ihrer Einkommensverhältnisse weniger Möglichkeiten haben finanzielle Rücklagen zu bilden.

Sollte bereits eine Kapitalanlage in beschriebener Form aus dem Private-Equity-Bestand erworben haben ist anzuraten rechtlich prüfen zu lassen wie aus diesem möglicherweise verlustigen Geschäft schnellst möglichst wieder herauszukommen wäre. Da in der Regel bei vorliegenden Konstellationen von einer mangelhaften bzw. falschen Beratung und Prospektierung ausgegangen werden muss die den rechtlichen Anforderungen in vielen Fällen nicht standhalten wird sind die Möglichkeiten hinsichtlich einer raschen Schadensbegrenzung gut. So können beispielsweise neben Ansprüchen aus Prospekthaftung gegenüber dem Prospektverantwortlichen auch Schadenersatzansprüchen des Anlegers gegen den Vermittler aus Verschulden bei Vertragsschluss geltend gemacht werden.

In diesem Zusammenhang prüfen wir gerne alle für Sie individuell in Frage kommenden rechtlichen Möglichkeiten und machen die Ihnen zustehenden Ansprüche gegebenenfalls geltend.

Diana Römhild Rechtsanwältin
Anwaltskanzlei Hänssler & Häcker-Hollmann

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