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OLG Stuttgart: Spieler erhält über 143.000 Euro von Online-Glücksspielanbieter zurück
Das Oberlandesgericht Stuttgart hat in einem von unserer Kanzlei vertretenen Fall entschieden, dass ein Spieler von der Tipico Games Ltd. seine Verluste aus Online-Casinospielen in Höhe von 143.607,99 Euro zurückerhält (Urteil vom 28.07.2025, Az. 5 U 66/25, noch nicht rechtskräftig). Das OLG Stuttgart stärkt mit dieser Entscheidung den Verbraucherschutz im Glücksspielrecht.
143.000 Euro von Online-Glücksspielanbieter zurück: Darum ging es
Unser Mandant hatte zwischen Oktober 2017 und Oktober 2022 an Online-Casinospielen von Tipico teilgenommen und dabei hohe Verluste erlitten. Tipico verfügte zu diesem Zeitpunkt lediglich über eine maltesische Lizenz, jedoch nicht über die nach dem deutschen Glücksspielstaatsvertrag erforderliche Erlaubnis.
Wesentliche Punkte der Entscheidung
In seiner Entscheidung stellte das Oberlandesgericht Stuttgart klar, dass die zwischen dem Spieler und Tipico geschlossenen Spielverträge nichtig sind. Grund dafür war, dass Tipico während des gesamten relevanten Zeitraums ohne die nach dem deutschen Glücksspielstaatsvertrag erforderliche Erlaubnis tätig war. Eine maltesische Lizenz genügte nicht, da ausländische Genehmigungen in Deutschland nicht anerkannt werden. Das Gericht betonte zudem, dass die Regelungen des Glücksspielstaatsvertrags nicht nur der Bekämpfung illegalen Glücksspiels dienen, sondern auch den finanziellen Schutz der Spieler vor Spielsucht und deren wirtschaftlichen Folgen bezwecken. Folglich waren die von Tipico abgeschlossenen Spielverträge unwirksam und die erlittenen Verluste rückzahlbar.
Einwendungen von Tipico erfolglos
Die von Tipico vorgebrachten Einwendungen blieben vor dem Oberlandesgericht Stuttgart ohne Erfolg. Der Anbieter argumentierte, der Kläger habe freiwillig gespielt und sei sich der Illegalität des Spiels bewusst gewesen. Das Gericht stellte jedoch fest, dass ein vorsätzliches Handeln des Spielers nicht nachgewiesen werden konnte. Es gebe keine Anhaltspunkte dafür, dass der Kläger positive Kenntnis von der Rechtswidrigkeit des Angebots hatte. Auch ein Ausschluss des Anspruchs nach § 817 Satz 2 BGB kam nicht in Betracht, da selbst ein leichtfertiges Verhalten des Spielers nicht ausreicht, um Rückforderungsansprüche auszuschließen. Ebenso wies das Gericht den Versuch zurück, einen angeblichen „Unterhaltungswert” als geldwerten Vorteil anzurechnen.
Bedeutung für Betroffene
Der Fall zeigt, dass Online-Glücksspiele in Deutschland auch mit dem Glücksspielstaatsvertrag nicht automatisch legal sind und auch Jahre später noch Rückforderungen möglich sein können. Auch nach dem 01.07.2021 ist die Rückforderung von Verlusten aus Online-Glücksspielen möglich, sofern die Anbieter über keine gültige Lizenz verfügen oder sich nicht an die Auflagen des Glücksspielstaatsvertrags halten. Das Fehlen einer Lizenz ist häufig der Fall, denn die Leistungen der Casinoanbieter:innen sind seit Inkrafttreten des Vertrags nicht automatisch legal. Vielmehr können sie eine Lizenz für Deutschland beantragen, deren Vorliegen zunächst geprüft werden muss.
Kostenfreie Ersteinschätzung für geschädigte Spielerinnen und Spieler
Spielerinnen und Spieler sollten ihre Transaktionen dokumentieren und anwaltlich prüfen lassen, ob ein Rückforderungsanspruch besteht. Unsere Kanzlei berät hierzu seit vielen Jahren bundesweit betroffene Verbraucher:innen und hat zahlreiche Urteile erstritten. Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob Sie entsprechende Rückforderungsansprüche geltend machen können oder wie Sie eine Zahlung widerrufen können, empfehlen wir Ihnen unsere kostenlose Online-Ersteinschätzung. Wir prüfen Ihren Fall kostenlos und unverbindlich und sagen Ihnen, welche Möglichkeiten Sie haben, Ihr Geld zurückzubekommen.
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