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Rückforderung Online Casino Auslandsspiel: OLG Stuttgart stärkt Spielerrechte

Veröffentlicht von David Philips-Kontopoulos am 09. März 2026
Aktualisiert am 10. August 2026
Online-Casino-Glücksspiel

Mit einer Entscheidung vom 13. Februar 2026 (Az. 5 U 292/25) hat das Oberlandesgericht (OLG) Stuttgart ein Urteil gefällt, das die bisherige Rechtsprechung im Bereich illegaler Online-Casino-Angebote noch verbraucherfreundlicher macht. Die Beklagte, Tipico Games Limited, wurde verurteilt, einem Spieler 27.079,84 Euro zurückzuzahlen – einschließlich solcher Verluste, die während Aufenthalten im Ausland (Österreich) entstanden sind. Damit weicht das OLG ausdrücklich von seiner bislang restriktiven Linie ab. Für Tausende Betroffene eröffnet die Entscheidung neue Argumentationswege und eine realistische Chance, ihre Spielverluste auch aus „Auslandsphasen” zurückzuholen.

Um was ging es konkret?

Zwischen 2016 und 2019 hatte der Kläger mit WIhnsitz in Deutschland über die Website games.tipico.de Online-Casino-Spiele genutzt, dabei insgesamt 63.751,25 Euro eingezahlt und 36.671,41 Euro ausgezahlt bekommen. Damit erlitt er einen Verlust in Höhe von 27.079,84 Euro. Die Beklagte verfügte lediglich über eine maltesische Lizenz, nicht über eine deutsche Erlaubnis. Der Kläger verlangte die Rückzahlung seiner Verluste. In der mündlichen Verhandlung vor dem Landgericht gab er an, im streitgegenständlichen Zeitraum immer wieder in Österreich im Urlaub gewesen zu sein, sodass es grundsätzlich möglich gewesen sei, auch dort am Online-Glücksspielangebot der Beklagten teilzunehmen.

Viele Spieler fragen sich: „Kann ich meine Verluste aus illegalen Online-Casinos zurückholen, auch wenn ich zeitweise im Ausland gespielt habe?” Mit seinem Urteil hat das OLG Stuttgart diese Frage nun eindeutig mit „Ja“ beantwortet.

Rückzahlungspflicht auch bei Teilnahme von Online-Casino-Spielen im Ausland

Das OLG Stuttgart stellt klar: Ein Anbieter bleibt auch dann voll erstattungspflichtig, wenn ein Spieler während eines Urlaubs im Ausland Einsätze getätigt hat, sofern das Angebot auf den deutschen Markt ausgerichtet war. Entscheidend sind demnach die Registrierung und die Kontoeröffnung in Deutschland und nicht der Aufenthaltsort während einzelner Spielvorgänge. Denn die mit Online-Glücksspielen verbundenen Gefahren bestehen ortsunabhängig, also auch im Ausland.

Damit gehören frühere Einschränkungen der Vergangenheit an. Das Gericht gibt seine bisherige Linie ausdrücklich auf und erweitert den Schutzbereich des Glücksspielstaatsvertrags von 2012 erheblich.

OLG Stuttgart bestätigt Totalverbot

Tipico versuchte, sich mit dem Argument der Unionsrechtswidrigkeit aus der Verantwortung zu ziehen. Die Beklagte argumentierte, das frühere Totalverbot für Online-Casino-Spiele (§ 4 Abs. 4 GlüStV 2012) verstoße gegen den freien Dienstleistungsverkehr. Das OLG lehnte dies entschieden ab. Das Verbot sei verhältnismäßig, kohärent und zum Schutz von Verbrauchern sowie zur Suchtprävention zwingend erforderlich. Eine Anerkennung maltesischer Lizenzen sei europarechtlich nicht geboten. Der Anbieter habe durch das Angebot in Deutschland schuldhaft ein Schutzgesetz verletzt.

Fazit zum Urteil: Chancen stehen so gut wie nie

Mit dieser Entscheidung setzt das OLG Stuttgart ein deutliches Zeichen. Deutsche Verbraucher dürfen nicht durch geschickte Marktpositionierung oder ausländische Lizenzen benachteiligt werden. Wer ohne deutsche Lizenz Online-Casino-Spiele anbietet, muss Verluste zurückzahlen – unabhängig davon, ob die Spieler sich zeitweise im Ausland aufgehalten haben. Damit sind Auslandsspiele nicht mehr ausgeschlossen, wenn der Anbieter sich an den deutschen Markt richtet.

Auch ältere Fälle bleiben für die Rückforderung von Online-Casino-Auslandsspielen weiterhin durchsetzbar. Wer in Online-Casinos ohne deutsche Lizenz gespielt hat, sollte seine Möglichkeiten prüfen – insbesondere, wenn Auslandsaufenthalte eine Rolle spielten. Verluste können bis zu zehn Jahre rückwirkend geltend gemacht werden.

Kostenfreier und unverbindlicher Online-Check

Die Rückforderung von Verlusten aus Online Casino und Sportwetten ist möglich, wenn Anbieter über keine gültige Lizenz verfügen oder sich nicht an die Auflagen des Glücksspielstaatsvertrages halten.

Wir unterstützen Betroffene deutschlandweit bei der Durchsetzung Ihrer Rechte. Wenn Sie nicht sicher sind, ob Sie entsprechende Rückzahlungsansprüche stellen können, empfehlen wir Ihnen unsere kostenlose Erstberatung durch unsere spezialisierten Anwälte. Wir prüfen Ihren Fall kostenfrei und unverbindlich und teilen Ihnen mit, welche Möglichkeiten Sie haben, Ihr Geld zurückzuerhalten.

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David Philips-Kontopoulos

Autor

David Philips-Kontopoulos, Rechtsanwalt
Anwaltskanzlei Aslanidis, Kress & Häcker-Hollmann