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Schrottimmobilien an ahnungslose Anleger vermittelt

Veröffentlicht von Andreas Frank am 21. November 2016
Aktualisiert am 2. September 2025
Maklervertrag-Immobilienkauf-unterschreiben

Bereits in den 90er Jahren wurden ahnungslosen Anlegern minderwertige oder mangelhafte Immobilien verkauft. Diese so genannten Schrottimmobilien zeichneten sich dadurch aus, dass ihr tatsächlicher Wert deutlich unter dem Kaufpreis lag. Mit Schlagworten wie Steuerersparnis, hohe Renditeerwartungen, Mietgarantie und gewinnbringender Weiterverkauf nach 5 oder 10 Jahren gelang es den speziell geschulten Vertriebsmitarbeitern schnell, die ahnungslosen Anleger zum Kauf der vermeintlich sicheren Steuersparimmobilie zu bewegen. Lange Zeit schienen diese als beliebtes Steuersparmodell angepriesenen und in der Regel fremdfinanzierten Eigentumswohnungen aus der Angebotspalette der Kapitalanlagevermittler verschwunden zu sein.

In jüngster Zeit häufen sich in den Medien und im Internet wieder Berichte über geschädigte Erwerber von Schrottimmobilien. Sie machen deutlich, dass sich der Vertrieb der vermeintlich sicheren Steuersparimmobilie für die Vermittler wieder zu lohnen scheint. Dabei handelt es sich sowohl um Eigentumswohnungen als auch um Neu- und Altbauten, die handwerklich unsachgemäß oder mangelhaft saniert sind und sich in einem desolaten Zustand befinden. Zuletzt wurde in der Sendung „Aktenzeichen XY… ungelöst“ über betrogene Käufer von Schrottimmobilien berichtet. Nach Schätzungen der Verbraucherzentralen haben in den vergangenen Jahren in Deutschland rund 300.000 Anleger eine Schrottimmobilie erworben.

Anleger von Immobilien sollten sehr vorsichtig sein

Nach der Entscheidung des Bundesgerichtshofs vom 23.06.2016 – III ZR 308/15 muss ein Anlagevermittler den Erwerber einer von ihm vermittelten Kapitalanlage ungefragt über Vertriebsprovisionen aufklären, wenn diese 15 % des vom Anleger aufzubringenden Kapitals übersteigen. Denn Innenprovisionen in dieser Höhe lassen auf eine geringere Werthaltigkeit und Rentabilität der Kapitalanlage schließen. Dies ist ein für die Anlageentscheidung des Interessenten so wichtiger Umstand, dass er darüber aufzuklären ist. Der Anlagevermittler ist daher stets zur richtigen und vollständigen Information über die tatsächlichen Verhältnisse verpflichtet. Dabei macht es keinen Unterschied, ob die Kapitalanlage mittels Prospekt vertrieben wurde oder nicht.

Nach der aktuellen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs muss der Verkäufer einer Immobilie zu Anlagezwecken den Erwerber umfassend über die mit der Kapitalanlage verbundenen Risiken aufklären. Wird diese Aufklärungspflicht verletzt, kann sich der Verkäufer gegenüber dem Kunden schadensersatzpflichtig machen. Dies kann unter Umständen zur Rückabwicklung des Kaufvertrages oder zur Rückabwicklung der Schrottimmobilie führen. Eine häufig noch in Betracht kommende außergerichtliche Einigung kann dazu beitragen, die wirtschaftliche Situation der betroffenen Anleger entscheidend zu verbessern.

Schrottimmobilien an ahnungslose Anleger vermittelt: Was können Betroffene jetzt tun?

Wir haben seit den 90er Jahren Tausende von Schrottimmobilienanlegern begleitet und ihnen zu ihrem Recht verholfen. Wenn Sie eine Schrottimmobilie erworben haben, müssen Sie sich damit nicht abfinden, sondern können die in Betracht kommenden Möglichkeiten durch einen auf Bank- und Kapitalanlagerecht spezialisierten Rechtsanwalt prüfen lassen.
Über unser Kontaktformular haben Sie die Möglichkeit, mit uns in Verbindung zu treten und sich umfassend über die rechtlichen Möglichkeiten informieren zu lassen.

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Andreas Frank

Autor

Andreas Frank, Rechtsanwalt
Anwaltskanzlei Aslanidis, Kress & Häcker-Hollmann