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Verlustreiche Turbo-Zertifikate und Knock-Out-Zertifikate – Was können geschädigte Anleger tun?
Turbo-Zertifikate versprechen auf den ersten Blick schnelle Gewinne, doch sie können ebenso schnell das eingesetzte Kapital vernichten. Tatsächlich zeigt die Praxis, dass Letzteres deutlich häufiger der Fall ist. Eine aktuelle BaFin-Studie zeigt, dass viele Privatanleger in den letzten Jahren hohe Verluste mit diesen hebelbasierten Zertifikaten, die auch als Knock-Out-Zertifikate bezeichnet werden, erlitten haben.
Im Folgenden erfahren Sie, wie Turbo-Zertifikate funktionieren, warum sie so riskant sind und welche Möglichkeiten geschädigte Anleger haben, ihre Rechte geltend zu machen.
Was sind Turbo- und Knock-Out-Zertifikate?
Turbo-Zertifikate sind derivative Finanzinstrumente, mit denen Anleger überproportional an der Kursentwicklung eines Basiswerts (z.B. einer Aktie, eines Index oder Rohstoffs) teilhaben können. Bereits kleine Kursbewegungen des Basiswerts führen dank des Hebels zu überdurchschnittlichen Gewinnen – oder auch Verlusten.
Ein wesentliches Merkmal ist die Knock-Out-Schwelle: Erreicht oder durchbricht der Kurs des Basiswerts diese festgelegte Marke, verfällt das Zertifikat sofort wertlos – der gesamte Einsatz geht verloren. Ein kurzfristiges Berühren der Knock-Out-Schwelle führt somit zum Totalverlust, selbst wenn sich der Basiswert danach wieder erholt. Anleger müssen also nicht nur die richtige Marktentwicklung vorhersagen, sondern auch starke kurzfristige Schwankungen einkalkulieren, die sonst ihr Investment auslöschen könnten. Diese Konstruktion macht Turbo-Zertifikate äußerst riskant. Oft genutzte Produktbezeichnungen wie “Turbo-Optionsschein”, “Mini-Future” oder “Wave XXL” ändern nichts daran, dass es sich stets um Hochrisiko-Hebelprodukte mit potentiell schnellem Kapitalverlust handelt.
Der Markt für Turbo- und Knock-Out-Zertifikate ist zuletzt stark gewachsen. Dazu haben unter anderem Reddit, Neobroker wie Trade Republic und Scalable Capital sowie Finfluencer beigetragen, die diese Produkte bekannter gemacht haben.
Hohe Verluste bei Privatanlegern: BaFin-Studie schlägt Alarm
Eine aktuelle Studie der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat den Handel mit Turbo-Zertifikaten durch Kleinanleger genauer unter die Lupe genommen. Die Ergebnisse sind alarmierend: Zwischen 2019 und 2023 haben rund drei von vier privaten Anlegern mit Turbo-Zertifikaten Geld verloren. Pro Person betrug der Durchschnittsverlust etwa 6.358 Euro. Insgesamt summierten sich die Verluste in diesem Zeitraum auf über 3,4 Milliarden Euro – verteilt auf ca. 543.000 betroffene Kleinanleger in Deutschland. Besonders auffällig ist das Spekulationsverhalten vieler Anleger: Laut BaFin wurden etwa 70 % der Turbo-Zertifikate weniger als 24 Stunden gehalten. Häufig handelt es sich also um sehr kurzfristige Trades. Je aktiver die Anleger handelten, desto höher war dabei die Wahrscheinlichkeit, am Ende Verluste zu erleiden. So lag die Verlustquote bei besonders eifrigen Turbo-Tradern (mit über 1.000 Transaktionen) bei 91 %. Mit anderen Worten: Intensive „Zocken“ mit Turbos endet für die meisten in der Verlustzone.
Die BaFin zeigt sich besorgt über diese Entwicklungen und plant Maßnahmen zum Anlegerschutz:
- Anbieter künftig verpflichtend auf das hohe Verlustrisiko hinweisen (konkret darauf, dass 7 von 10 Anlegern Verlust machen),
- Kunden sollen einen Wissenstest zum Produkt bestehen müssen,
- Lockanreize wie Bonusaktionen beim Verkauf solcher Zertifikate sollen verboten werden.
Was können geschädigte Anleger tun?
Anleger, die mit Turbo- oder Knock-Out-Zertifikaten Verluste erlitten haben, fragen sich, ob und wie sie ihr Geld zurückfordern können. Wenn beim Kauf oder Vertrieb dieser Produkte Beratungsfehler passiert sind, bestehen Chancen auf Schadensersatz.
Lassen Sie Ihren Fall von einem Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht prüfen. Ein erfahrener Anwalt kann einschätzen, ob in der Anlageberatung oder -vermittlung Fehler gemacht wurden, beispielsweise durch unzureichende Informationen zu versteckten Kosten, eine unzureichende Risikoaufklärung oder die Empfehlung eines für Ihr Risikoprofil ungeeigneten Produkts. Banken und Vertriebe sind verpflichtet, Anleger verständlich und vollständig über alle Risiken und Kosten eines Produkts aufzuklären. Wurden Turbo-Zertifikate etwa einem eigentlich sicherheitsorientierten Sparer als sichere Geldanlage verkauft oder wurden wichtige Risiken (wie das Totalverlustrisiko bei Knock-Out) verharmlost bzw. verschwiegen, spricht vieles für eine Falschberatung. In solchen Fällen bestehen gute Aussichten, Schadensersatz zu verlangen. Auch wenn die Käuferinnen und Käufer von Turbo-Zertifikaten teilweise erfahrene Anleger sind, müssen ihnen die Risiken solcher Produkte ausreichend transparent aufgezeigt werden.
Jetzt Rechte wahrnehmen – Kostenfreie Ersteinschätzung vom Anwalt
Auch wenn Turbo-Zertifikate hochriskant sind und Verluste zum „Geschäftsmodell“ gehören, müssen Anleger entstandene Schäden nicht einfach hinnehmen. Wenn eine Bank oder ein Vermittler Fehler bei Vertrieb und Beratung gemacht hat, stehen die Chancen gut, zumindest einen Teil des verlorenen Geldes zurückzuholen – sei es über eine außergerichtliche Einigung oder vor Gericht. Lassen Sie jetzt Ihren Fall kostenfrei und unverbindlich prüfen. Sie erhalten ein schriftliches Prüfungsergebnis für Ihren Fall.
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Rechtsanwälte Aslanidis, Kress & Häcker-Hollmann
Die Rechtsanwaltskanzlei Aslanidis, Kress & Häcker-Hollmann hat sich seit ihrer Gründung im Jahr 1995 auf den Anlegerschutz spezialisiert und vertritt geschädigte Kapitalanleger aus dem gesamten Bundesgebiet. Mit über 20 Rechtsanwälten und Wirtschaftsjuristen gehören wir zu den größten und erfahrensten Kanzleien für Kapitalanlagerecht auf Investoren- und Verbraucherseite in Deutschland. Wir haben zahlreiche Urteile für unsere Mandanten erstritten und in den letzten Jahren aktiv an der Gestaltung der Rechtsprechung im Bereich des Anlegerschutzes mitgewirkt. Unsere Fachanwälte haben seit Bestehen der Kanzlei über 20.000 Vergleiche und Urteile erzielt.
