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Insolvenz UDI Energie Festzins VI – Info und Tipps für betroffene Anleger

Veröffentlicht von Annekatrin Schlipf am 07. Mai 2021

Insolvenz UDI Energie Festzins VI

Das Amtsgericht Leipzig hat am 29.04.2021, Az. 401 IN 775/21, das vorläufige Insolvenzverfahren über das Vermögen der UDI Energie Festzins VI GmbH & Co. KG in Eigenverwaltung eröffnet. Zum vorläufigen Sachwalter wurde Herr Dr. Jürgen Wallner bestellt. Was bedeutet dies für betroffene Anleger?

Update 12.05.2021: Die Finanzaufsicht BaFin hat mit Bescheid vom 10.05.2021 dazu aufgefordert, weitere UDI Nachrangdarlehen „unverzüglich und vollständig“ an die Anleger zurückzuzahlen. Die Anordnung zur Abwicklung betrifft die Nachrangdarlehen UDI Energie Festzins III GmbH & Co. KG und UDI Energie Festzins VII GmbH & Co. KG. Auch diesen Kapitalanlagen droht die UDI Insolvenz.

Update 20.05.2021: Das Informationsportal Investmentcheck berichtet, dass die UDI Projektgesellschaft Biogas Barleben-Ebendorf GmbH & Co. KG einen Insolvenzantrag gestellt hat. Bislang wurde noch kein Insolvenzverfahren bzw. vorläufiges Insolvenzverfahren eröffnet. Sowohl die geschlossene Fonds UDI Biogas Barleben GmbH & Co. KG und UDI Biogas 2011 GmbH & Co. KG. als auch die Vermögensanlage UDI Energie Mix Festzins GmbH & Co. KG haben sich an der Biogasanlage beteiligt. Betroffenen Anlegern könnten Ausfälle Ihres investierten Kapitals drohen.

Insolvenz UDI Energie Festzins VI: Hintergrund und Handlungsempfehlung

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat sich in den letzten Jahren zu Nachrangdarlehen geurteilt und höhere Anforderungen an die Wirksamkeit von Nachrangklauseln gestellt. Sollten entsprechende Klauseln nicht wirksam sein, muss die Kapitalanlage umgehend rückabgewickelt werden, die Gesellschaft müsste alle Ansprüche bedienen. Im Fall von UDI Energie Festzins VI hat die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungen (BaFin) die Gesellschaft zur Rückabwicklung dieser Darlehen aufgefordert. Da diese dazu wirtschaftlich nicht in der Lage ist, stelle sie einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzplanverfahrens in Eigenverwaltung.
Für Darlehensgeber zahlreicher weiterer UDI-Nachrangdarlehen stellt sich nun die Frage, ob auch ihrer Kapitalanlage eine Anordnung durch die BaFin und damit die Insolvenz droht. Viele UDI-Projekte befinden seit Längerem in wirtschaftlicher Schieflage, Zahlungen an Anlegern wurden eingestellt. In den Jahren 2018, 2019 und 2020 veröffentlichte die BaFin mehrere Warnungen vor einem möglichen Ausfall von Forderungen bei unterschiedlichen UDI-Nachrangdarlehen.

Hinweis: Ein Insolvenzverfahren ist bislang noch nicht eröffnet. Sollte über die UDI Energie Festzins VI GmbH & Co. KG ein Insolvenzverfahren eröffnet werden, können die Anleger ihre Forderungen zur Insolvenztabelle anmelden. Wir empfehlen neben der Sicherung der Ansprüche in einem möglichen Insolvenzverfahren auch die Prüfung und Durchsetzung der Ansprüche wegen fehlerhafter Anlageberatung. Es ist möglich und auch notwendig, die Ansprüche der Anleger in alle Richtungen gleichzeitig zu verfolgen. Beide Vorgehen – Schadensersatz und Insolvenzverfahren – schließen sich nicht gegenseitig aus und sind parallel durchzuführen. Wir raten dazu, die Frist zu nutzen und alle möglichen Ansprüche und Möglichkeiten umfassend prüfen zu lassen.

 

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UDI Nachrangdarlehen: Forderungsverzicht und Neugestaltung des Nachrangdarlehens

Zudem haben aktuell Tausende UDI-Anleger ein Schreiben erhalten, in dem sie dazu aufgefordert werden, auf große Teile Ihrer Forderungen zu verzichten und einer Änderung der Ausgestaltung ihrer jeweiligen Kapitalanlage zuzustimmen. Betroffen von der Restrukturierung sind laut einem Bericht des Handelsblattes 13 UDI-Tochtergesellschaften. Konkret soll der Forderungsverzicht bei 60 % bis 85 % des investierten Kapitals betragen. Als Frist zur Vereinbarung des Schuldenschnittes im Schreiben an die Anleger ist der 21.05.2021 angesetzt.

UDI Verzichtserklärung: Was können betroffene Anleger jetzt tun?

Das hohe Risiko, das durch diese Investition entstand, hat bereits zu verheerenden Folgen geführt. Anlegern, die nun entscheiden müssen, ob sie die Verzichtserklärung unterzeichnen sollen, raten wir zur Vorsicht. Die Unterzeichnung der Verzichtserklärung bedeutet für Anleger ein weitreichender Verzicht auf sämtliche Forderungen. Damit würden sie sich im Falle eines Insolvenzverfahrens schlechter stellen, als wenn sie die Erklärung nicht unterzeichnen. Sollte die Nachrangklausel unwirksam sein, können Sie – ohne Unterzeichnung der Verzichtserklärung – ihre Forderungen im Insolvenzverfahren anmelden.

Darüber hinaus empfehlen wir auch diesen Anlegern, bereits jetzt kostenfrei prüfen zu lassen, ob neben den Ansprüchen im Insolvenzverfahren erfolgsversprechende Schadensersatzansprüche gegen liquide Banken oder haftpflichtversicherte Vertriebe bestehen. Diese können z.B. gegenüber den Anlagevermittlern bzw. Anlageberatern entstanden sein, wenn diese nicht ordnungsgemäß über die bestehen Risiken der Geldanlage  und insbesondere über das Totalverlustrisiko aufgeklärt haben. Diese Ansprüche verjähren regelmäßig drei Jahre ab Kenntnis des Anspruchs auf Schadensersatz. Sollte sich nach einiger Zeit herausstellen, dass manche Haftungsgegner ebenfalls insolvent sind oder die Insolvenzquote doch geringer ausfallen sollte als gedacht, könnten weitere Ansprüche gegen zahlungsstarke Gegner verjährt sein. Seit dem 1. Januar 2013 müssen Finanzdienstleister eine Haftpflichtversicherung vorhalten. Unter bestimmten Umständen kann auch direkt gegen den Haftpflichtversicherer vorgegangen werden.

Bei der Geltendmachung von Schadensersatzansprüche wegen Falschberatung handelt es sich nach unserer 25jährigen Erfahrung als spezialisierte Kanzlei im Bank- und Kapitalmarktrecht  um die effektivste Möglichkeit der Schadenskompensierung für betroffene Anleger und zwar unabhängig von einem parallel laufenden Insolvenzverfahren. Denn im Erfolgsfall werden Anleger so gestellt, als hätten ob sie nie an dieser Kapitalanlage beteiligt hätten.

Wir bieten eine umfassende Ermittlung Ihrer Ansprüche und Verteidigungsmöglichkeiten, prüfen in Frage kommende Schadensersatzansprüchen und vertreten Sie bei der Abwehr von Rückforderungen. Nutzen Sie das folgende Formular für die kostenlose und umfassende Prüfung Ihrer individuellen Ansprüche.

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