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P&R Container aktuell: Zwei weitere P&R-Firmen haben Insolvenzantrag gestellt

P&R-Pleite weitet sich weiter aus: Insolvenzantrag der beiden letzten deutschen P&R Gesellschaften am 26. April 2018

Am Donnerstag, den 26. April 2018 haben nun auch die zwei letzten deutschen Gesellschaften der P&R-Gruppe, die P&R Transport-Container GmbH und die P&R AG, beide mit Sitz in Grünwald, beim Amtsgericht München Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Das Amtsgericht München bestellte Rechtsanwalt Dr. jur. Michael Jaffé zum vorläufigen Insolvenzverwalter der P&R Transport-Container GmbH und Rechtsanwalt Dr. jur. Philip Heinke zum vorläufigen Insolvenzverwalter der P&R AG. Beide sind bereits seit dem 19. März als vorläufige Insolvenzverwalter der P&R Container Vertriebs- und Verwaltungs-GmbH, der P&R Gebrauchtcontainer Vertriebs- und Verwaltungs-GmbH sowie der P&R Container Leasing GmbH  tätig.

Die P&R Transport-Container GmbH verwaltet aktuell die Investitionen von rund 14.900 Anlegern, wobei wohl 95 Prozent davon auch Verträge mit den seit März unter  Insolvenzverwaltung stehenden P&R Container-Verwaltungsgesellschaften abgeschlossen haben. Das Geschäftsmodell der P&R Transport-Container war im Unterschied zu diesen nach dem neuen Regulierungsstandard für Direktinvestments 2017 entstanden. Unabhängig davon konnte die P&R Transport-Container GmbH die sich aus der Schieflage der Gruppe ergebenden finanziellen und bilanziellen Folgen nicht mehr bewältigen. Trotz aller Bemühungen ließ sich keine positive Fortführungsprognose darstellen, so dass die Insolvenzantragstellung nach Angaben der vorläufigen Insolvenzverwalter unvermeidlich war.

Die Rolle der P&R AG in Grünwald

Die P&R AG war eine Dachgesellschaft und fungierte als reine Managementgesellschaft für die deutschen P&R-Vertriebsgesellschaften. Sie hatte die komplette Geschäftsabwicklung mit den Anlegern übernommen.

Neugeschäft war ab 2017 in der P&R Transport Container GmbH gebündelt

Die Kauf- und Mietverträge wurden ab Januar 2017, nachdem Direktinvestments prospektpflichtig geworden sind, mit der Firma P&R Transport Container GmbH abgeschlossen. Die Container wurden von P&R Transport-Container GmbH selbst zunächst von der P+R Equipment & Finance Corp. erworben und im Anschluss direkt an die P+R Equipment & Finance Corp. untervermietet. Während der Laufzeit garantierte die P&R Transport-Container GmbH die Mietzahlungen an die Anleger. Die P&R Transport-Container GmbH ist eine vorgeschaltete Gesellschaft, die selbst keine operative Tätigkeit im Containergeschäft ausübt. Sie bezog die Container von der der P&R Equipment & Finance Corp. mit Sitz in der Schweiz und vermietet diese an die Schweizer Gesellschaft zurück.

Zwischen den beiden Gesellschaften besteht seit Juli 2016 ein Rahmenvertrag. Die  Equipment & Finance Corp. arbeitet laut Prospekt mit großen internationalen Leasinggesellschaften zusammen. Konkrete Referenzen werden aber nicht genannt.

Seit Anfang des Jahres 2017 mussten alle Anbieter von Direktinvestments Verkaufsprospekte erstellen. Die Bafin prüft, ob die Prospekte vollständig und widerspruchsfrei sind und ob sie alle vorgeschriebenen Angaben enthalten. Die Seriosität und die Tragfähigkeit des Geschäftsmodells prüft sie aber nicht. „Stiftung Warentest“ hat das P&R Container-Investitions-Programm Nr. 5004 mit “mangelhaft” bewertet. Gründe hierfür waren:

  • Aufsicht prüft Tragfähigkeit nicht.
  • Wenig Konkretes zu den Marktpreisen.
  • Rahmenvertrag wird Anlegern vorenthalten.
  • Mietunterdeckungen in Millionenhöhe. Hohe Verpflichtungen bis Ende des Jahres 2022.
  • Keine Rückkaufsgarantie.

Auch der Brancheninformationsdienst „Kapitalmarkt Intern“ riet beim ersten Vermögensanlageprospekt von P&R zur „äußersten Vorsicht“, da es an der grundlegenden Plausibilität fehlte.

Bekanntwerden von Zahlungsschwierigkeiten bei der Rolle der P & R AG in Grünwald

Am 22. März hat die Bafin eine Pflichtveröffentlichung wegen möglicher Forderungsausfälle der Firma P&R Transport Container GmbH veröffentlicht. Diese ist auf der website der Bafin abrufbar.

Der Firma P&R Transport-Container GmbH stehen gegen die P&R Container Vertriebs- und Verwaltungs-GmbH, die P&R Gebrauchtcontainer Vertriebs- und Verwaltungs-GmbH sowie die P&R Container Leasing GmbH, jeweils mit Sitz in Grünwald, Forderungen zu. Die P&R Transport-Container GmbH ist ihrerseits Verbindlichkeiten gegenüber der P&R Equipment & Finance Corp. mit Sitz in der Schweiz ausgesetzt. Aufgrund der Zahlungsunfähigkeit der drei Firmen besteht die Gefahr, dass die P&R Transport-Container GmbH auf ihren Forderungen gegenüber den zahlungsunfähigen Gesellschaften ganz oder teilweise sitzen bleibt.

Das Firmengeflecht der P&R-Gruppe ist schwer durchschaubar

Am 17. April haben die P&R-Insolvenzverwalter in einer Pressemitteilung von fragwürdigen Zahlungsströmen berichtet. In den Jahren 2012 bis 2017 sind Container veräußert worden, um die Mieten und Rückkäufe zu tätigen, also die hohen Rückzahlungen an die Anleger darzustellen.

Hier drängt sich der Verdacht auf, dass Container verkauft wurden, die im Eigentum der Anleger standen bzw. Leerverkäufe bei Kettengeschäften getätigt worden sind. Dies wäre strafrechtlich relevant. Aufgrund der BAFIN-Meldung stellt sich die Frage: aus welchen Gründen hat die P&R Transport Container GmbH Forderungen gegen die drei zahlungsunfähigen Firmen der P&R- Gruppe? Eine Einbindung bzw. das Bestehen von Forderungen ist nicht aus den Prospekten ersichtlich. Weiter fragen sich betroffene Anleger zu Recht, woher die Schulden der P&R Transport Container GmbH gegenüber der Schweizer Firma P&R Equipment & Finance Corp. stammen. Wir prüfen aktuell die Vertragslage.

Die P&R Transport Container GmbH ist über ihren einzigen Gesellschafter, den Firmengründer Heinz Roth, in die P&R – Gruppe eingebunden. Der Geschäftsführer der P&R Transport Container GmbH, Herr Heinz Roth, ist zugleich Aktionär und Vorstand der P&R AG. Heinz Roth ist ebenfalls Aktionär und Mitglied des Verwaltungsrats der P&R Equipment & Finance Corp.                      

Die operativen Geschäfte der insolventen P & R – Firmen wurden aus Zug in der Schweiz gesteuert. Nach Angaben der vorläufigen Insolvenzverwalter sind die Datensysteme von Zug und Grünwald vollständig voneinander getrennt. Wichtige Daten sind in Deutschland nicht vorhanden und müssen erst in mühevoller Kleinarbeit beschafft werden.

Für betroffene Anleger stellen sich jetzt viele Fragen:

  • Wieviel Geld ist in der Schweiz vorhanden?
  • Gehen dort Mietzahlungen ein?
  • Wie hoch sind die Mietzahlungen?
  • Wie hoch ist die Zahl der noch vorhandenen Container?

  Verschiedenes Handeln auf mehreren Ebenen erforderlich.

Wichtig ist hier die zeitnahe Sicherung des Eigentums an den Containern und Mietzahlungen, da Anleger Eigentümer der Container und Inhaber der Mietforderungen sind. Eigentum und Mietforderungen fallen nicht in die Insolvenzmasse. Es können Ansprüche gegen Vertriebe, Banken, Initiatoren, Prospektverantwortliche, Hintermänner und die nicht von der Insolvenz betroffene Schweizer Firma der P&R-Gruppe bestehen. Ganz wichtig ist daneben eine Begleitung der Anleger im Insolvenzverfahren zur Wahrung ihrer Rechte.

Unser Service für alle Anleger von P&R Container-Direktinvest:  

Auf Wunsch zahlreicher Anleger und aus aktuellem Anlass findet am Dienstag, den 08. Mai 2018 um 18.30 Uhr eine weitere Telefon- und Webkonferenz für alle betroffenen Anleger von P&R Container-Investments  statt. Auf der Tagesordnung stehen Fragen zur aktuellen Situation der Container-Investments und rechtliche Möglichkeiten zur Rettung des investierten Kapitals. Sie können Ihren Fall kostenfrei prüfen lassen.

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