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Mercedes Abgasskandal

Zu Beginn des Dieselskandals um den VW-Konzern, der sich allmählich zum Abgasskandal über viele Hersteller und Marken entwickelte, hatte die Daimler AG stets betont, dass keine illegalen Abschalteinrichtungen verbaut wurden. „Eine Funktion, die die Wirksamkeit der Abgasnachbehandlung unzulässig einschränkt, kommt bei Mercedes-Benz nicht zum Einsatz.“, sagte Daimler Chef Dieter Zetsche zu Beginn des Dieselskandals im September 2015 im Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

Abgasskandal-Manipulation-Dieselautos

Mercedes-Fahrer mussten jedoch feststellen, dass das Gegenteil der Fall ist. Zwischenzeitlich wurden in Europa etwa 780.000 Mercedes-Fahrzeuge zurückgerufen, in denen eine illegale Abschalteinrichtung verbaut wurde. Im Gegensatz zum VW-Konzern, der die Manipulation zugegeben hatte, steht die Daimler AG bislang unter dem Verdacht der Manipulation. Für die betroffenen Mercedes-Fahrer macht dies in der Praxis wenig Unterscheid: auch sie sind mit dem Dieselskandal und seinen negativen Auswirkungen wie dem drastischem Wertverlust beim Diesel oder Dieselfahrverboten konfrontiert.

Offizielle Rückrufe von Mercedes-Benz-Modellen

Der erste Rückruf erfolgte am 25. Mai 2018. Das Kraftfahrtbundesamt ruft aufgrund einer unzulässigen Abschalteinrichtung weltweit knapp 5.000 Mercedes Vito 1,6 Liter Diesel Euro 6 zurück. In Deutschland sind etwa 1400 Fahrzeuge vom Rückruf betroffen.

Der zweite Rückruf vom 24. Oktober 2018 für Mercedes-Benz Fahrzeuge mit Diesel-Motor betrifft europaweit sind rund 770.000 Fahrzeuge, davon rund 280.000 Fahrzeuge in Deutschland. Neben dem schon zurückgerufenen Transporter Vito sind auch Modelle der C-, E- und S-Klasse sowie die Geländewagen GLC, ML und der G-Klasse betroffen.

Die dritte Rückrufsaktion von Mercedes-Modellen im Zusammenhang mit dem Abgasskandal erfolgte am 13. Februar 2019. Betroffen sind Fahrzeuge der C-Klasse aus Baureihe 205 mit Dieselmotor OM 626, weltweit etwa 99500 Autos, davon über 11.000 in Deutschland. 

Eine vollständige Liste mit den Modellen und Produktionszeiträumen hat die Daimler AG veröffentlicht. Sie finden die Liste hier.

Ermittlungen gegen die Daimler AG im Mercedes Abgasskandal

Die Stuttgarter Staatsanwaltschaft ermittelt seit Mai 2017 wegen des Verdachts des Betruges und der strafbaren Werbung im Zusammenhang mit möglicher Manipulation der Abgasnachbehandlung bei Dieselautos gegen den Automobilhersteller. Im Rahmen ihrer Ermittlungen gegen bekannte und unbekannte Mitarbeiter der Daimler AG durchsuchte die Staatsanwaltschaft mehrere Standorte der Daimler AG in Deutschland. Zunächst hatten sich die Ermittlungen auf die Motoren OM 642 und OM 651 konzentriert, wenig später aber auch auf Fahrzeuge mit dem Motor OM 622.

Urteile gegen Daimler AG wegen Schadensersatz

Mittlerweile gibt es eine Reihe entschiedener Gerichtverfahren zugunsten betroffener Mercedes-Fahrer. Die Urteile sind noch nicht rechtskräftig. Zuletzt hatte das Landgericht Stuttgart in gleich drei Fällen die Daimler AG zu Schadensersatz verurteilt. Die Schadenersatzzahlungen betragen zwischen 25.000 und 40.000 EUR. Zwei dieser Urteile beziehen sich auf Mercedes-Modelle, die von den Rückrufen nicht betroffen waren.

  • LG Stuttgart, Urteil vom 17.01.2019 - 23 O 172/18
    Betroffenes Fahrzeug: Mercedes-Benz C 250 D
  • LG Stuttgart, Urteil vom 17.01.2019 - 23 O 178/18
    Betroffenes Fahrzeug: Mercedes Benz E 250 CDI Blue Efficency
  • LG Stuttgart, Urteil vom 17.01.2019 - 23 O 180/18
    Betroffenes Fahrzeug: Mercedes Benz Typ C 200d
  • Landgericht Hanau, Urteil vom 07.06.2018 - 9 O 76/18
    Betroffenes Fahrzeug: Mercedes Vito 114 CDI
  • Landgericht Karlsruhe, Versäumnisurteil vom 05.06.2018 - 18 O 24/18
    Betroffenes Fahrzeug: Mercedes-Benz C200 d T-Modell

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