0711 9 30 81 10 Kostenlose Erstanfrage
SUCHE

Green City AG in finanziellen Schwierigkeiten: BaFin warnt vor möglichem Ausfall von Forderungen der Green City Energy Kraftwerkspark II GmbH & Co. KG

Veröffentlicht von Annekatrin Schlipf am 07. Januar 2022

Glühbirne-auf-Rasen

Schlechte Nachrichten zum Jahresende für Kapitalanleger*innen der Green City AG: Das Unternehmen hat einen Verlust von mehr als der Hälfte des Grundkapitals im Geschäftsjahr 2021 festgestellt und lädt im Januar 2022 zu einer außerordentlichen Hauptversammlung. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) veröffentlichte eine Warnung zu einem möglichen Ausfall von Forderungen für die Green City Energy Kraftwerkspark II GmbH & Co. KG. Auch wenn die Green City AG ankündigte, die Zinsen aus den Namensschuldverschreibungen Tranche A und B fristgerecht anzuweisen, befinde sich die Gesellschaft weiterhin in einer finanziellen Krise und könnte möglicherweise drohend zahlungsunfähig sowie möglicherweise überschuldet werden.

Kapitalanlagen der Green City AG

Die 2005 gegründete Green City AG, eine 100%ige Tochter des Umweltvereins Green City e.V., ist Projektentwicklerin im Bereich Erneuerbare Energien und hat verschiedene „grüne“ Kapitalanlagen wie Aktien, Anleihen, Genussrechte und Fonds emittiert, darunter:

Genussrechte

  • Green City Energy Kraftwerke GmbH & Co. Kraftwerkspark I KG

Geschlossene Fonds

  • GCE Windpark Maßbach GmbH & Co. KG
  • Green City Energy Windpark Bayerischer Odenwald GmbH & Co. KG
  • Green City Energy Service GmbH & Co. Weißenfels KG
  • Green City Energy Wasserkraft Frankreich GmbH & Co. KG

Anleihen (Schuldverschreibungen) der

  • Green City Energy Kraftwerkspark II GmbH & Co. KG
  • Green City Energy Kraftwerkspark III GmbH & Co. KG
  • Green City Energy Kraftwerkspark III GmbH & Co. KG
  • Green City Solarimpuls I GmbH & Co. KG
  • Green City Energy Service GmbH & Co. Solarpark Vilsbiburg KG

Eigenen Angaben zufolge hat die Green City AG unter anderem 23 geschlossene Publikumsfonds mit einem Emissionsvolumen von über 54 Mio. Euro aufgelegt.  Insgesamt haben etwa 7500 Anleger*innen in die Entwicklung und den Betrieb von Wind-, Wasser und Solarkraftwerken investiert.

Green City AG: Schwierigkeiten bei Wind- und Solarparkprojekten

Nach Angaben der Green City AG stecken einige Wind- und Solarprojekte in finanziellen Schwierigkeiten. In einer Kapitalmarktmitteilung vom 17.12.2021 informierte das Unternehmen, dass die Tochtergesellschaft Green City Energy Kraftwerkspark II GmbH & Co. KG möglicherweise drohend zahlungsunfähig sowie möglicherweise überschuldet ist und die Tochtergesellschaften Green City Energy Kraftwerkspark III GmbH & Co. KG und Green City Energy Solarimpuls I GmbH & Co. KG möglicherweise drohend zahlungsunfähig sowie möglicherweise überschuldet werden könnten. Die BaFin macht gemäß § 11a Absatz 2 Vermögensanlagengesetz eine Veröffentlichung der Green City Energy Kraftwerkspark II GmbH & Co. KG wegen einem möglichen Ausfall von Forderungen bekannt. Am 27.12.2021 informierte das Unternehmen darüber, dass die Zinszahlungen  die Green City Energy Kraftwerkspark II GmbH & Co. KG die Zahlung der fälligen Zinsen fristgerecht anweisen wird. Dennoch bleibe die Lage bei den Gesellschaften Green City Energy Kraftwerkspark II GmbH & Co. KG, Green City Energy Kraftwerkspark III GmbH & Co. KG sowie der Green City Solarimpuls I GmbH & Co. KG angespannt. Die Rückzahlung der Schuldverschreibungen sowie zukünftige Zinszahlungen seien weiterhin nicht gesichert.

Risiken der Green City AG Schuldverschreibungen

Vielen Anlegern und Anlegerinnen sind die Risiken solcher Anleihen oftmals nicht bewusst. Dazu gehören das Bonitätsrisiko, das Zinsänderungsrisiko, das Insolvenzrisiko oder das Totalverlustrisiko. Da Anleger*innen somit das Risiko ihrer Geldanlage zunächst selbst tragen, müssen sie  auch in die Lage versetzt werden das jeweilige Risiko anhand der verfügbaren Informationen auch richtig einzuschätzen. Werden Informationen von Dritter Seite vorenthalten, sind die Informationen missverständlich oder falsch, kann dies zu Schadensersatzansprüchen führen. Daher stellt die richtige und vollständige Information des Anlegers einen wichtigen Schwerpunkt in der Haftungssystematik des Kapitalanlagerechts dar.

  1. Grundsätzlich haften Vermittler*innen oder Bankberater*innen, wenn auf eintretende Risiken nicht ausreichend hingewiesen wurde.
  2. Denkbar ist auch eine Prospekthaftung, wenn die Verkaufsprospekte entsprechende Fehler aufweisen.
  3. Sollte auf die anfallenden Provisionen nicht hingewiesen worden sein, haften sowohl Banken als auch unter Umständen Finanzvertriebe für den entstandenen Schaden.

Was können Betroffene tun?

Als betroffener Anleger*in haben Sie die Möglichkeit, sämtliche in Betracht kommende Ansprüche umfassend überprüfen lassen. Wenn Sie durch die Anlage in Wertpapiere einen Verlust erlitten haben und im Vorfeld der Anlageentscheidung nicht hinreichend über die Risiken aufgeklärt wurden oder gar falsche oder unvollständige Informationen über das Anlageobjekt erhalten haben, können Sie gegebenenfalls Schadensersatzansprüche gegen die Beteiligten geltend machen. Die rechtliche Einschätzung und Empfehlung kann dabei anhand des jeweiligen Falles unterschiedlich ausfallen. Nutzen Sie unseren Online-Fragebogen für eine kostenfreie und unverbindliche Ersteinschätzung.

Zur kostenfreien Ersteinschätzung

Sie haben Fragen? Rufen Sie uns an unter 0711-9308110 oder schreiben Sie uns Ihre Fragen über unser Kontaktformular.

Kontaktformular